MENSCH · ARBEIT · SCHÖPFUNG · GESELLSCHAFT

Eine Geschichte braucht keine Öffentlichkeit, um wertvoll zu sein.

19. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Eine Geschichte muss nicht von der Welt gesehen werden, um wertvoll zu sein.

Und trotzdem können wir Menschen dienen, indem wir Geschichten sichtbar machen, die sonst ungesehen bleiben.

Etwas, das mich schon länger nicht mehr loslässt, ist der Gedanke, Geschichten von Menschen zu teilen, die nie die Möglichkeit bekommen haben, sie selbst der Welt zu erzählen.

Denn oftmals sind genau das die Geschichten, die uns als Gesellschaft helfen könnten. Die uns wieder miteinander verbinden. Die uns allen guttun zu hören – genauso, wie es einem Menschen guttun kann, seine eigene Geschichte erzählen zu dürfen.

Geschichten miteinander zu teilen, schafft Gemeinschaft. Und davon könnten wir definitiv wieder mehr gebrauchen.

Schon seit Jahren habe ich das Bedürfnis, junge und alte Generationen wieder stärker miteinander zu verbinden. Weil wir so viel voneinander lernen können.

Ich wurde immer wieder dafür verurteilt, dass ich „Menschen begleiten“ zu meinem Beruf machen wollte. Schließlich hätte ich doch selbst noch gar nicht so viel Lebenserfahrung.

Heute sind es teilweise Menschen genau aus diesen Generationen, die zu mir kommen und sich von mir unterstützen lassen – während ich gleichzeitig unglaublich viel von ihnen lerne.

Und manchmal sitze ich in einem Gespräch und mir kullern die Tränen.

Zum Beispiel, wenn mir ein 60-jähriger Mann, der sein Herz absolut am richtigen Fleck hat, erzählt:

„Wir haben Etiketten für Weinflaschen gedruckt. Dann haben die Winzer wegen des Krieges keine Flaschen mehr bekommen und konnten keinen Wein mehr verkaufen.

Dann saßen wir da und haben Däumchen gedreht. So etwas hatte noch keiner von uns erlebt.

Einer musste dann gehen. Und weil ich der Letzte war, der gekommen ist, habe ich gesagt, dass ich der Erste bin, der geht.“

Oder wenn mir eine junge Frau aus der Pflege erzählt, wie sie eine Patientin kurz vor ihrem Tod begleitet hat. Was der Arzt ihr aufgetragen hatte. Wie traurig sie die Umstände gemacht haben. Und dass diese Patientin später noch einmal in ihrem Traum erschien und sich von ihr verabschiedete.

Ja.

Dann sitze ich im Call und weine.

Und danach bete ich.

Weil ich so oft Menschen vor mir sehe, die versuchen, das Richtige zu tun – in einer Welt, in der das Richtige manchmal falsch und das Falsche richtig erscheint.

Und ich glaube, diese Geschichten sollten erzählt werden.

Nicht, weil ein Mensch erst gesehen werden muss, damit sein Leben Bedeutung bekommt.

Nicht, weil Öffentlichkeit einer Geschichte ihren Wert gibt.

Sondern weil manche Geschichten uns daran erinnern, was längst wertvoll war.

Noch fehlt mir der richtige Impuls und der passende Support dafür, wie ich das Ganze angehen und finanzieren kann.

Ich glaube, ich würde diese Menschen gerne zu Hause besuchen. Dort ein kleines Podcast-Setup aufbauen, mich zu ihnen setzen und ihnen einfach zuhören. So persönlich und unverfälscht wie möglich.

Ich weiß, dass es viele Möglichkeiten gibt, so etwas umzusetzen. Aber das „GO“ von oben fehlt mir noch.

Falls ihr Ideen habt, teilt sie gerne mit mir.

Vielleicht trägt jemand von euch ja genau das Missing Piece bei, das mir gerade noch fehlt. :)

Alles Liebe Lena

— Lena

Wenn dich das zum Nachdenken gebracht hat, schick es jemandem, den du liebst.

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