"Warum macht Gott eigentlich alles so geheimnisvoll?" so hat es gestartet als ich mich heute daran machen wollte, sein Wort zu studieren.
Warum macht er dieses Leben so geheimnisvoll? Warum sein Wort? Warum müssen wir studieren, suchen, interpretieren und versuchen herauszufinden, was er uns überhaupt sagen möchte?
Warum kommt er nicht einfach herunter und zeigt sich uns? Beziehungsweise: Das hat er ja getan, aber warum nur so kurz sichtbar?
Warum müssen wir überhaupt rätseln, ob er existiert, was er will und welche Interpretation seines Wortes nun die richtige ist?
Und wenn wir schon bei dieser Frage sind: Warum sind wir eigentlich überhaupt hier?
Auf dieser Erde. In diesem Leben.
What for?
Natürlich kann ich diese Frage aus meinem christlichen Glauben heraus beantworten. Beispielsweise damit, dass wir hier sind, um unseren Teil in Gottes Heilsplan zu erfüllen, ihn widerzuspiegeln und an dem mitzuwirken, was Gott mit seiner Schöpfung vorhat.
Und ich finde, allein wenn man sich die Frage nach dem Sinn unserer Existenz stellt und zu einer solchen Antwort kommt, ist man gedanklich schon ziemlich tief gegangen.
Aber für mich hört es dort nicht auf.
Denn selbst wenn ich diese Antwort habe, frage ich mich:
Warum gibt es überhaupt einen Heilsplan?
Warum gibt es überhaupt eine Menschheit, die einen Heilsplan braucht?
Auch das ist alles noch gut theologisch begründbar.
Doch warum gibt es die Bibel? Warum gibt es Gottes Wort? Warum gibt es überhaupt diese ganze Geschichte von Schöpfung, Sünde, Erlösung und Ewigkeit?
Warum wurde die Menschheit überhaupt erschaffen? Was wollte Gott damit?
Und selbst wenn ich auf all diese Fragen theologische Antworten finde, kann ich immer noch einen Schritt weiter zurückgehen.
Warum gibt es überhaupt einen Gott, der einen Heilsplan hat?
Warum gibt es überhaupt eine Schöpfung, für die ein solcher Plan existiert?
Warum gibt es überhaupt Existenz?
Denn selbst wenn ich verstehe, wofür etwas innerhalb dieser Existenz da ist, erklärt mir das noch nicht, warum diese Existenz überhaupt da ist.
Und genau da wird es für mich so unfassbar faszinierend.
Weil ich irgendwann nicht mehr frage, warum wir Menschen hier sind.
Sondern warum es überhaupt ein „Hier“ gibt.
Warum gibt es überhaupt irgendetwas?
Und wenn Gott alles erschaffen hat, woher kommt dann eigentlich Gott?
Warum gibt es Gott?
Wer hat sich dieses ganze Spiel überhaupt ausgedacht?
Gott bezeichnet sich als Alpha und Omega, als den Anfang und das Ende.
Aber was bedeutet das eigentlich?
Denn wenn ich an einen Anfang denke, denke ich automatisch an etwas, das davor gewesen sein könnte. Und wenn ich an ein Ende denke, stellt sich mir die Frage, was danach kommt.
Aber was war vor dem Anfang, wenn Gott selbst der Anfang ist?
Und was soll nach dem Ende kommen, wenn Gott selbst das Ende ist?
Wenn Gott ewig existiert, also weder einen Anfang noch ein Ende hat, wie kann er dann gleichzeitig der Anfang und das Ende sein?
Oder liegt das Problem vielleicht darin, dass wir überhaupt versuchen, etwas Ewiges mit Begriffen zu begreifen, die an unsere Vorstellung von Zeit gebunden sind?
Und selbst wenn ich das Ganze einmal völlig unabhängig vom christlichen Glauben betrachte und von der Urknalltheorie ausgehe, komme ich doch irgendwann wieder an denselben Punkt.
Woher kam überhaupt das, woraus sich unser Universum entwickelt hat?
Warum gab es diesen extrem heißen und dichten Anfangszustand? Warum gab es überhaupt Energie? Warum existieren physikalische Gesetzmäßigkeiten? Woher kommen die Teilchen, die später entstanden sind?
Und was wäre vor dem Urknall gewesen?
Oder gab es überhaupt ein „Davor“?
Denn wenn mit dem Urknall auch die Zeit ihren Anfang genommen haben sollte, was bedeutet dann überhaupt ein Anfang, vor dem es keine Zeit gab?
Und selbst wenn die Wissenschaft irgendwann erklären könnte, wie das alles entstanden ist, bleibt doch die Frage:
Warum gab es überhaupt etwas, das entstehen oder sich entwickeln konnte?
Warum existieren überhaupt die Voraussetzungen dafür?
Irgendwann lande ich gedanklich immer wieder bei etwas, das selbst keinen Anfang hat. Etwas Ewigem. Etwas, das nicht erst aus etwas anderem hervorgegangen ist.
Aus meinem christlichen Glauben heraus denke ich dabei natürlich an Gott und glaube das auch.
Aber dann kommt wieder diese eine Frage:
Warum existiert überhaupt etwas Ewiges?
Und dann gehen meine Gedanken noch weiter.
Denn was wäre, wenn es überhaupt keine Existenz gäbe?
Wenn ich mir vorstelle, ich gehe weg von dieser Welt, weg von der Erde, weg von allen Planeten, Sternen, der Sonne, dem Mond, immer weiter hinaus, ins Schwarze, ins absolute Nichts.
Und dann wäre da einfach nichts.
Keine Welt. Kein Universum. Keine Menschen. Keine Planeten. Keine Sterne. Keine Sonne. Kein Mond.
Nichts.
Aber selbst wenn ich mir absolute Dunkelheit vorstelle, ist da ja immer noch etwas.
Dunkelheit. Ein Raum. Eine Vorstellung. Und jemand, der diese Dunkelheit wahrnimmt.
Aber das absolute Nichts hätte nicht einmal diese Eigenschaften.
Es wäre nicht schwarz. Nicht still. Nicht leer. Nicht langweilig.
Es wäre nicht einmal ein „Es“.
Und es gäbe auch niemanden, dem dieses Nichts bewusst sein könnte.
Kein Bewusstsein. Keine Wahrnehmung. Keine Gedanken.
Nicht einmal die Möglichkeit, festzustellen, dass nichts existiert.
Und dann denke ich mir: Hä?
Wie soll das überhaupt möglich sein?
Wie könnte es einfach NICHTS geben?
Nicht einmal einen Tod. Denn es gäbe ja überhaupt kein Leben. Keine Geburt. Keine Zeit, in der irgendetwas geschieht.
Einfach nichts.
Und gleichzeitig frage ich mich: Warum gibt es überhaupt irgendetwas?
Warum existiert diese Wirklichkeit, in der wir uns gerade befinden?
Warum existieren wir?
Und wenn Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit existiert, dann frage ich mich: Warum existiert überhaupt diese Ewigkeit?
Denn wenn Gott ewig ist, dann existiert da etwas Unendliches.
Aber warum?
Warum kann überhaupt etwas unendlich existieren?
Warum gibt es diese Ewigkeit? Warum gibt es Gott? Warum gibt es überhaupt die Möglichkeit von Existenz?
Denn selbst wenn Gott der Ursprung von allem ist, bleibt doch die Frage, warum es diesen Ursprung überhaupt gibt.
Und wenn Gott schon immer existiert hat, warum hat er dann überhaupt etwas erschaffen?
Vielleicht wäre ihm sonst langweilig gewesen. Keine Ahnung. Aber wenn es vorher keine Schöpfung gab, was bedeutet dann überhaupt ein „Vorher“?
Und wenn Gott ewig ist und selbst die Zeit erschaffen hat, was bedeutet dann überhaupt ein Anfang?
Ich finde das alles unfassbar faszinierend.
Wir leben hier, gehen unserem Alltag nach, beschäftigen uns mit unseren Problemen, unseren Zielen, unserer Zukunft.
Wir versuchen herauszufinden, wer wir sind, was wir tun sollen, was Gott von uns möchte und welchen Sinn unser Leben hat.
Aber selbst wenn wir all das herausfinden würden, bliebe für mich immer noch diese eine Frage:
Warum gibt es überhaupt eine Existenz, innerhalb derer all diese Fragen, Antworten, Aufgaben und Ziele überhaupt eine Bedeutung haben können?
Warum gibt es überhaupt eine Wirklichkeit?
Warum gibt es überhaupt eine Ewigkeit?
Warum gibt es überhaupt Gott?
Und warum gibt es überhaupt irgendetwas, anstatt einfach nichts?
Ich weiß es nicht.
Aber irgendwie finde ich es gerade viel erstaunlicher, dass überhaupt etwas existiert, als dass all diese Dinge innerhalb dieser Existenz geschehen.
Und vielleicht ist das die Frage, die mich gerade am meisten fasziniert:
Nicht, wofür wir existieren. Sondern warum überhaupt etwas existiert, das existieren kann.
Und am schönsten finde ich: Ich weiß all das nicht. Und trotzdem kann ich mir diese Fragen in vollem Vertrauen, in Frieden, Liebe und Dankbarkeit stellen. Weil ich Gott in meinem Leben habe. 🙏🏼🥰
— Lena
NÄCHSTER GEDANKE
Zu solchen Dingen wollte ich mich nicht mehr äußern und doch wird es immer relevanter.
Ich hoffe der Text findet dich zur richtigen Zeit.